Deutschland ist online
Zu den bekannten Social Media zählen Social Networks wie Facebook, Xing und die VZ-Netzwerke. Dazu zählen aber auch Blogs und Microblogs wie Twitter. Weiter werden Social-Bookmarking-Dienste, Video- und Bildportale und Wikis als Vertreter von Social Media verstanden. Insbesondere im deutschsprachigen Raum sollte jedoch ein besonders einflussreiches Medium nicht vergessen werden, wenn es um die Protagonisten des Social Web geht.

In Foren, die auch als Boards oder Diskussionsforen bezeichnet werden können, tauschen sich deutschlandweit Millionen Nutzer aus. Thematisch gibt es quasi nichts, was es nicht gibt (http://www.social-media-magazin.de/index.php/heft-nr-2011-1/skurrile-foren.html). Weil Forenbeiträge im Gegensatz zu Twitter-Beiträgen jede Länge annehmen können und dauerhaft im Web Bestand haben, gelten Foren als besonders informationsreich. Gleichzeitig zielen sie nicht, wie etwa Facebook, auf den zwischenmenschlichen Austausch ihrer Nutzer ab, sondern sind Marktplatz, Gesprächsrunde, Podium für thematisch relevante Informationen. Diskussionen können – anders als bei Blogs – von allen Nutzern begonnen werden.

Für Unternehmen, die im Web auf der Suche nach relevanten Informationen sind, können sich Foren als wahre Fundgrube erweisen. Communities beschäftigen sich oft über lange Zeiträume mit ihren Lieblingsthemen, bringen also zum Teil große Expertise in ihren Beiträgen zum Ausdruck. Diese Informationen sind jedoch häufig nur schwer zugänglich. Wie alle Social-Media-Quellen leben auch Foren unter anderem von ihrer sprachlichen Freiheit. Aber mangelnde Grammatik und Rechtschreibung machen die Auswertung von Forendaten kompliziert. Ausdrucksformen wie Ironie oder Fachsprachen sorgen weiterhin dafür, dass “ein kurzer Blick ins Forum” nur selten aufschlussreich ist. Zusätzlich unterscheiden sich die Communities zu einem Thema unter anderem deutlich. Je nach Altersgruppe, Kenntnisstand und Motivation kann zwischen sachlich-korrekter Ausdrucksweise und emotionaler Jugendsprache alles gefunden werden.

Will ein Unternehmen professionell Daten erheben, sollte es Foren intellektuell auswerten und analysieren lassen. Wer Foren ignoriert, ignoriert das Medium, das bereits einflussreich war, bevor Facebook und Twitter entwickelt wurden. Um aus ihnen den größtmöglichen Mehrwert zu ziehen, ist ein Social Media Monitoring nötig.

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