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Mitarbeiteraktivierung / Einführung |
Der Mensch steht im Vordergrund
Konzepte in Forschung und Praxis zum Management der Ressource Wissen existieren zahlreich. Durch die inflationäre
Verwendung des Begriffs durch zahllose Softwarehersteller versteht man unter „Wissensmanagement" derzeit vornehmlich einen rein technologiebezogenen, unter
„Knowledge-Management" hingegen einen mehr ganzheitlich orientierten Ansatz. Maßnahmen, die auf Knowledge-Management basieren, benötigen zwar oft die Unterstützung von Technologie,
ihr Funktionieren hängt aber fast völlig von der Integration in den orga-nisatorischen Gesamtzusammenhang eines Unternehmens ab. Ein explizites „Management" rückt eine
Ressource in den Fokus und systematisiert den Umgang mit ihr. Es richtet Tätigkeiten auf Ziele aus, organisiert und kontrolliert ihre Durchführung. Management ist jedoch immer ein
Instrument, das einer Zielerreichung dient und nicht Selbstzweck werden darf. Knowledge-Management sollte ein solches Instrument für die Ressource Wissen sein, um so neue
Optimierungschancen zu erschließen. Dieser unternehmerische Zusammenhang wird letztlich, wie bei jedem Einsatz von Ressourcen, von den Zielen und Aufgaben des Unternehmens bestimmt
und den Prozessen, die der Zielerreichung dienen. Wissen bzw. Wissensmanagement ist ein Teil dieser Prozesse und existiert nicht isoliert in Datenbanken, Archiven oder Köpfen. Leider
gewinnt man häufig den Eindruck, als würde dieses klassische Verständnis von Management im Zusammenhang mit Wissen zu sehr in den Hintergrund treten und Knowledge-Management zu
sehr als eigenständige Einheit gesehen, welcher der konkrete Bezug zum Unternehmensalltag fehlt.
Problem Mitarbeitermotivation
Nach einer Untersuchung des Instituts für e-Management e.V. (IfeM) sehen über 50 Prozent der befragten 350 Unternehmen die größte Hürde bei der Einführung von wissensorientierten
Maßnahmen in Akzeptanzproblemen bei den Mitarbeitern. 47 Prozent haben Probleme bei der Aufbereitung des Wissens, 44 Prozent gelingt es nicht, die theoretischen Konzepte in die Praxis
umzusetzen und 20 Prozent nennen Schwierigkeiten bei der Auswahl von Komponenten (z.B. Software) als zentrale Probleme. Auch die Meta-Group stellt in ihrer Studie „Der Markt für
Knowledge-Management in Deutschland" fest, dass in den meisten Unternehmen, die „Wissensmanagement-Projekte" durchführen, überhaupt keine Motivierungsmaßnahmen
angedacht werden. Um Licht in dieses Dunkel zu bringen, startete das IfeM unter Mitwirkung von über 20 Unternehmen eine umfangreiche Studie (siehe auch www.wissensarbeiter.de). Dabei
zeigte sich: Die Lösung liegt nicht primär bei der Gestaltung einzelner Motivierungsmaßnahmen, sondern in der mangelnden Kommunikation der Ernsthaftigkeit des Themas
Knowledge-Management. Oft versuchen Unternehmen zur Motivation neue, separate Belohnungssysteme an „Wissenstätigkeiten" zu koppeln, z.B. Vergabe von „Knowledge-Coins"
und/ oder Schaffen von Bedingungen im Unter-nehmen, die für den Wissensaustausch als förderlich eingestuft werden (Stichwort: „Wissenskultur"). Diese Ansätze sind bisher nicht
zufriedenstellend. Gerade Diskussionen zum Thema Kultur münden oft in die Aussage, dass sie nicht von heute auf morgen zu verändern ist und sich in konjunkturell schlechten Zeiten die
Bereitschaft in Unternehmen in Grenzen hält, in langfristige Dinge ohne schnellen und klaren Return on Investment (ROI) zu investieren.
Im Laufe der Studie zeigte sich, dass sich die geringe Akzeptanz unter den Mitarbeitern
hauptsächlich auf drei Ursachen zurückführen lässt:
1. Mitarbeiter werden nicht ausreichend für den Nutzen von Knowledge-Management sensibilisiert.
2. Wissen hat als Ressource bisher nicht den Stellenwert bzw. die Ernsthaftigkeit erreicht, die anderen Ressourcen zugesprochen wird.
3. Tätigkeiten haben im Rahmen von Knowledge-Management bewusst oder unbewusst einen
Sonderstatus.
Um die Aufgabe der Motivierung zufriedenstellend zu lösen, bedarf es unserer Ansicht nach einer umfassenden Sicht auf das Problem, die nicht bei einzelnen Anreizen ansetzt, sondern alle
Maßnahmen hinterfragt, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen, um Resultate zu erbringen.
Durch die Betrachtung und Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Maßnahmen, kann
Knowledge-Management als Fähigkeit im Unternehmen etabliert werden.
Quelle: Trojan J., Gerber B.: "Ressource Wissen besser nutzen - arbeitsrechtliche Folgen von
wissensorientierten Maßnahmen". In: Arbeit und Arbeitsrecht, Heft 8/2002, S. 340-346. . |
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