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PR-Panne: WeTab-Chef tritt zurück |
05.10.2010 |
Berlin - Peinliche PR-Panne beim Hersteller des WeTab: Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen hat unter falschem Namen seinen Tablet-PC
auf Amazon in den Himmel gelobt. Nun nimmt er seinen Hut.
Helmut Hoffer von Ankershoffen tritt als Geschäftsführer der WeTab GmbH zurück. "Ich
muss meine vorige Rezension korrigieren: Das WeTab ist nicht gut, sondern sehr sehr gut", schrieb ein gewisser "Peter Glaser" bei den Kundenrezensionen im Online-Shop von Amazon. Nach mehr als einer Woche kam heraus, dass es sich
beim Verfasser der Lobeshymne auf den Tablet-Computer um einen der beiden Geschäftsführer der Herstellerfirma handelte: |
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Amazon handelte sofort und entfernte die Eigenlob-Kommentare. "Bei Manipulationsversuchen handelt es sich - in Relation zu der Gesamtheit der Rezensionen - um
einen sehr selten auftretenden Vorgang", erklärte am Dienstag eine Amazon-Sprecherin auf Anfrage. In der Branche wird diese Einschätzung bestätigt: "Aus unserer Erfahrung sind gefälschte Beiträge eher selten", sagt
Projektleiter Jan Krömer von der Firma Infospeed GmbH in Köln, die sich mit dem "Social Media Monitoring" beschäftigt und für Kunden das Online- Meinungsbild
ermittelt. Auch groß angelegte Verleumdungskampagnen von Wettbewerbern habe er noch nicht erlebt.
Die Vorkehrungen gegen Missbrauch sind allerdings kaum verlässlich. Ein Test der Stiftung
Warentest mit Hotelbewertungen ergab: "Die meisten Bewertungsportale ließen sich täuschen und veröffentlichten zumindest einen Teil der fingierten Bewertungen."
Zwei Faktoren sind es, die den Missbrauch begrenzen: Zum einen haben laut Krömer schon vor der WeTab-Affäre einige abschreckende Beispiele gezeigt, dass die enorme negative Wirkung
größer ist als der erhoffte Nutzen von Eigenlob-Kommentaren. Zum anderen "bringt ein einzelner Beitrag auf Amazon kaum etwas", wie Infospeed beim Monitoring von manchmal mehreren
tausend Nutzerbeiträgen feststellt. "Je mehr Beiträge es insgesamt gibt, umso sicherer kann man sein, dass das Meinungsbild auch echt ist", erklärt Experte Krömer.
Zudem gibt es Unterschiede in der Qualität von Nutzerkommentaren. "Ein 140-Zeichen-Tweet von einem unbekannten Nutzer hat nicht so viel Gewicht wie der Testbericht eines mir
bekannten Nutzers in einem Forum", sagt Krömer im Gespräch der Nachrichtenagentur dpa. Twitter und Facebook dienen eher dazu, auf ein neues Produkt aufmerksam zu machen. Vor
einer Kaufentscheidung und bei der gezielten Suche nach Informationen finden Bewertungsportale wie ciao.de und Diskussionsforen besondere Beachtung. |
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Für Hoffer von Ankershoffen ist das Eigenlob als Bumerang zurückgekommen. Er entschuldigte sich für sein von ihm als Fehler bezeichnetes Verhalten
und erklärte am Montagabend, er lasse seine Aufgaben als Geschäftsführer bei der WeTab GmbH bis auf weiteres ruhen. |
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Pressekontakt |
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Falls Sie als Journalist uns kontaktieren möchten oder weitere Informationen benötigen, können Sie sich gerne an Jan Krömer als Ansprechpartner wenden.
infospeed GmbH Jan Krömer Große Telegraphenstr. 2 D-50676 Kölnjan.kroemer[a] infospeed.de
T: 0221-9984 10 10 |
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